„So soll es sein“, kommentiert Jugendwart Björn Krause das Geschehen. Berührungsängste zu beseitigen sei die Grundvoraussetzung für die sportliche Zukunft der Segeljugend. Nur so wachsen die Mädchen und Jungen auf sicherem Terrain in das Team und in den Wind hinein. Auf dem See passiere die Schlagseite meist ungewollt. Dann kommen ungünstige Faktoren wie die Schrecksekunde und der Kampf mit Wind und Wellen dazu. Wenn den Kindern aber durch häufiges Üben die Angst vorm Kentern genommen wird, dann gehen sie furchtlos hinaus in die Reviere.

Vier neue Segler sind an diesem Tag dabei. Sobald ein Kind das erste Schwimmabzeichen hat, ist es herzlich willkommen, sagt der Jugendwart. 18 Nachwuchssportler segeln zurzeit beim 1. WSVLS. Montags von 16 bis 18 Uhr trainieren die Jüngsten auf den Optis. Freitags zu gleichen Stunde gehen die Größeren mit den Cadets vom Stützpunkt am Leuchtturm aus auf den Geierswalder See.

Björn Krause wurde im Januar diesen Jahres zum Obmann für den Jugendausschuss Sachsen (Cadet) gewählt. Die Übernahme dieser Funktion signalisiert den Weg, den der WSVLS in der Jugendarbeit gehen möchte. „Wir möchten den Cadet in Sachsen noch populärer machen“, sagt Björn Krause. Die meisten Vereine lassen ihre Jüngsten, wenn sie etwa im Alter von zehn bis zwölf Jahren der Starterjolle „Optimist“ – liebevoll auch „Opti“ genannt – entwachsen sind, auf die Jugendjolle „Pirat“ wechseln. Dabei sei der „Opti“ dem „Cadet“ im Aufbau viel näher und der Übergang so einfacher, finden die Nachwuchstrainer vom 1. WSVLS. Sie möchten mit ihrem und dem sächsischen Seglernachwuchs im Geierswalder Segelrevier bald eigene Cadet-Regatten fahren. Dafür aber müssen sie noch mehr Vereine von der Ausbildung auf diesem Bootstyp überzeugen.

Diese Hintergründe allerdings spielen beim ausgelassenen Toben in den warmen Wassern des Lausitzbades keine Rolle. Doch so sehr sich die Teams auch auf das Wintersegeln gefreut haben, fiebern sie doch sehnsüchtig dem Frühling entgegen. Eine richtige Seglerin gehöre auf den See, findet Drinnen-Segeln-Debütantin Jessica Hübner. Die 13-Jährige gehört seit sechs Jahren zum Bautzner Segel-Cub. Sie weiß gut, wie es ist zu kentern und nicht zu wissen, wie man sich alleine behelfen kann. Für sie bedeutete genau dieses Problem das Aus in ihrer ersten Regatta. Denn im Wettkampf, erklärt Jessica, führt Hilfe von außen zur sofortigen Disqualifikation. Nur wer sein Boot nach einem Malheur selbstständig wieder in Schuss bekommt, bleibt im Rennen. Daher seien die Übungen im geschützten Raum der Halle eine gute Maßnahme für die Vertrauensbildung zum Boot und auch zu den Kameraden. Mehr Spaß aber bringe doch der Kampf gegen Wind und Wellen in der Natur. „Hier kann man nur paddeln, aber draußen kann man richtig durch die Wellen segeln“, schwärmt Jessica. Und in den Neoprenanzügen sei es eigentlich auch in den kühlen Wassern der Lausitz nicht wirklich kalt. (Quelle: Lausitzer Rundschau – Mandy Decker)

zur Bildergallerie ….

Dank an alle Organisatoren, Betreuer, und Helfer die es ermöglichen über die Wintermonate das Training im Lausitzbad sicherzustellen. Dank auch an das Team des Lausitzbad Hoyerswerda. (Hagen)