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2016 – Wir sind Wir Pokal – Gallerie

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Pressestimmen zum „Wir sind Wir – Pokal“ 09./10. Juli 2016

Das Handicap bleibt an Land

Ob mit oder ohne Behinderung - in der Segelklasse "Sonar" spielt das keine Rolle. Am Wochenende zeigten Wassersportler am Geierswalder See, wie behinderte und nicht behinderte Menschen auf Augenhöhe die Segel hissen.

Seinen Alltag bestreitet Lasse Klötzing im Rollstuhl. Auf dem Wasser aber tauscht er den gegen das Segelboot ein. „Sonar“ ist seine Segel-Klasse, in der er als Mitglied der Nationalmannschaft im September bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro antritt.

Am Wochenende war er mit 15 anderen behinderten und nicht behinderten Wassersportlern auf Segelkurs am Geierswalder See. Dort wurde zum ersten Mal der „Wir sind Wir“-Pokal ausgetragen - eine Inklusionsregatta, die gleichzeitig als offene sächsische Meisterschaft gewertet wird. Gastgeber war der Wassersportverein Lausitzer Seenland (WSVLS).

Beim Pokal treten behinderte und nicht behinderte Athleten mit dem gleichen Anspruch zu siegen gegeneinander an“, erklärt Initiator Clemens Kraus das Inklusionsprojekt. Er selber segelt auch mit – ohne Handicap. Athleten aus Berlin, Bayern und Sachsen sind dabei. Einige haben keine Beine, andere keine Arme oder sie sitzen im Rollstuhl. Wie Lasse Klötzing. „Beim Sonar-Boot kann man sich einige Sachen ganz gut zurecht bauen“, sagt der Steuermann, der wegen einer Nervenkrankheit wenig Kraft in Armen und Beinen hat. „Ich habe zum Beispiel eine Stange als Hilfsmittel im Boot, sodass ich die Seiten vernünftig wechseln kann.“

Sonar-Boote sind auch besonders deshalb klassische Inklusionsboote, weil sie wegen des großen Kiels an der Unterseite des Bootes nicht kentern können, sondern sich immer wieder aufstellen, erklärt Wettkampf-Organisator Gunter Heintze den Sicherheitsaspekt. „Außerdem gibt es klare Regeln. Es darf sich nicht zu weit rausgelehnt oder hin und her bewegt werden. Deshalb ist es eine faire Sache.“

Ein Sonar-Team besteht aus je drei Personen. Lasse Klötzing segelt mit Freundin Linda-Marie Seidemann und Siggi Mainka, der ebenfalls in Rio mitsegeln wird. Nach einem Unfall mussten ihm beide Beine amputiert werden.

Das Trio bereitet sich auf den Wettkampf vor. Am Geierswalder See sind an diesen Tagen „sehr gute Bedingungen“, sagt Lasse Klötzing. Böiger Wind, Temperaturen um die 20 Grad, bewölkter Himmel. Der Segelprofi steigt in sein Boot um, der Rollstuhl bleibt an Land. Auf dem Wasser sein bedeutet für ihn „keinen Unterschied mehr sehen, ob man eine Behinderung hat oder nicht“. Und, dass er Leute ohne Handicap genauso schlagen kann, wie Leute mit Einschränkung. „Auf dem Wasser ist das völlig egal.“

Die inklusive Regatta am Geierswalder See ist deshalb so einzigartig, weil sie erstmalig vom Sächsischen Behindertensportverband und Segler-Verband gleichermaßen veranstaltet wird. Projektinitiator Clemens Kraus betont: „Wir sind die Einzigen, die bis hin zur Weltmeisterschaft gemeinsam auf einer Regattabahn gegeneinander antreten.“

Nach sechs Wettfahrten haben es Lasse Klötzing und seine Crew auf Platz drei geschafft. Den ersten „Wir sind Wir“-Pokal ersegeln Clemens Kraus und sein Team. Jedes Jahr soll die Regatta nun während der Lausitzer Seglerwoche stattfinden.

Zum Thema:
Der 1. WSVLS hat das Ziel, ein inklusives Segelzentrum zu errichten, in dem behinderte und nicht behinderte Sportler gemeinsam und gleichberechtigt trainieren können. Derzeit führt der Verein Gespräche über die mögliche Finanzierung des Projektes. Der Bau soll 850 000 Euro kosten, der Baubeginn ist im kommenden Jahr geplant. In diesem Bereich gibt es in Sachsen und darüber hinaus kaum ein vergleichbares Projekt. Der WSVLS wurde 2003 gegründet, zählt rund 200 Mitglieder und ist der erfolgreichste Segelverein in Sachsen.

 (Anja Hummel - Lausitzer Rundschau)

Retrospektive Wir sind Wir Pokal 2016

Irgendwie sind wir Stolz auf uns, wie die Organisation der Inklusions-Regatta des Wir sind Wir Pokals 2016 abgelaufen ist. Die Infrastruktur stand, die Teilnehmer reisten pünktlich an, Anmeldung der Crews, Kranen und Unterbringen der Boote im Hafen lief am Freitag (08.07.2016) reibungslos. Kleinigkeiten, wie Korrekturen der Crew-Zusammensetzung, waren schnell erledigt. Die offizielle Eröffnung am Sonnabend (09.07.2016) durch den Vorsitzenden Sportfreund Klaus Wiegmann war herzlich, kurz und knackig. Alle schauten auf den von Sportfreund Clemens Kraus gestifteten und unübersehbar respektablen Wir sind Wir Pokal. Die anschließende kurze Besprechung der Skipper mit dem Wettfahrtleiter Michael Hoppe verlief ruhig, konstruktiv und professionell. Das Wetter war optimal (oh, das hat schon etwas Mühe gemacht), stabile, leicht böige 3 bis 4Bft aus West, ¾ bewölkt, also auch nicht zu warm. Das Startboot legte pünktlich ab, ein etwas größerer Anker  war keine schlechte Wahl und die Tonnenleger hatten mit dem Up&Down-Kurs auch kein Problem. Pünktlich 12:00 erfolgte der Start zur ersten Wettfahrt. Zügig, im ¾-Stundenabstand wurden die 4 Tageswettfahrten abgesegelt. Die Disziplin an der Startlinie war in Ordnung (nur ein OCS in der 2. Wettfahrt). Das Abendprogramm kam allgemein gut an, war nicht übertrieben, so dass alle mit dem Start 10:00 am Sonntag (10.07.2016) kein Problem hatten. Der Wind war am Sonntag etwas schwächer, 8-10Ktn aus SW, deutlich mehr drehend und ein klasse Sonnenschein. Es wurde trotzdem hart gekämpft und das Regattafeld war in den Wettfahrten 5 und 6 dicht zusammen. Der Sieg ging an GER6 (Jürgen Britzke, Clemens Kraus, Reinhard Bauer) unseres Vereins, nicht weit vor GER5 (Christian Bittner, Kurt Thumm, Matthias Stockhaus). Siggi Mainka (GER11) war nicht ganz so zufrieden, aber durch zwei Ausfälle segelte hier eine noch nicht eingespielte Crew. Das Können blitzte aber unübersehbar Rio 2016-verdächtig in der 5. Wettfahrt auf. Die anschließende Siegerehrung erfolgte im Beisein von Sportfreund Reinhard Bilz, Präsidiumsmitglied des Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (SBV). Hier wurden auch die potentiellen Teilnehmer der Paralympics 2016 in Rio herzlich und mit Beifall verabschiedet – und der Wir sind Wir Pokal bleibt nun (mindestens) ein Jahr in Geierswalde!

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Wir gratulieren den Siegern! Der Dank geht an die Teilnehmer für ihre ausgezeichnete Ruhe und Disziplin während und nach den Wettkämpfen, sowie ganz speziell an Clemens, an alle Mitwirkende im Verein, Offizielle, unsere Sponsoren, die den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung abgesichert und unterstützt haben. (Gunter)

Der „Wir sind Wir“ Pokal – die Inklusionsregatta des 1.WSVLS e.V.

Nach der erfolgreichen Ausrichtung der 3. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Jahr 2015, wird der 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V. erstmalig, vom 08.07. -10.07.2016,  den „Wir sind Wir“ Pokal der Bootsklasse SONAR austragen.
Der „Wir sind Wir“ Pokal wird zukünftig, als Inklusionsionsregatta, in das Programm der Lausitzer Seglerwoche etabliert und damit jährlich ausgetragen. In Absprache mit dem Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (SBV) und dem Seglerverband Sachsen e.V. (SVS) wird diese Regatta gleichzeitig als offene sächsische Landesmeisterschaft gewertet.
Das beide sächsischen Verbände als Veranstalter dieser Regatta auftreten, ist neben den Freistaat Bayern, ein Novum in Deutschland. Es ist somit ein weiterer Meilenstein auf den Weg, Sachsen als führendes Inklusionszentrum im Segelsport zu etablieren.
In der paralympischen Bootsklasse SONAR werden die deutschlandweit besten Segler erwartet. Darunter auch Medaillenträger paralympischer Spiele, Welt- und Europameisterschaften. Ein Boot konnte sich für paralymischen Spiele in Rio qualifizieren, und nutzt diese Regatta auch zur Vorbereitung auf die bevorstehenden Spiele im September 2016.
Für den 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V. ist es wieder eine Herausforderung, den Sportlern mit Handicap eine optimale Wettkampfumgebung zur Verfügung zu stellen. Auf Grund der fehlenden baulichen Vorrausetzungen muss das Vereinsgelände umgebaut werden, so dass Zugänge zu den Versorgungseinrichtungen, Sanitärbereichen und Steganlagen barrierefrei erreichbar sind.
Alles ist machbar, der 1. WSV Lausitzer Seenland e.V. ist als Regattaveranstalter national und international bekannt, und kann solche Events in der erwarteten Qualität ausrichten. Mit der Hilfe unserer Vereinsmitglieder, den regionalen Partnern und Sponsoren ist eine starke Basis, für die erfolgreiche Umsetzung gegeben.
Der 1. WSV Lausitzer Seenland e.V. freut sich auf die zahlreichen Besucher des 1. „Wir sind Wir“ Pokal am Geierswalder See, und auf interessante Wettkämpfe.

„Wir sind Wir“ – Inklusion im Segelsport

Inklusion im Segelsport

Wahnsinn oder realistische Herausforderung

Die Idee

Segelsport ist weiß. Er ist elegant, vorbildlich, spannend und makellos. Diese Sportler werden wegen ihrer Leistungen beneidet und dienen als Vorbilder. Sponsoren buhlen um die leistungsfähigsten Athleten. Wie passen Sportler mit Handicap in dieses Bild? Wer wirbt mit einem Rollstuhlfahrer oder einem Amputierten. Eine von vielen Fragen, die man sich beim 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V. Geierswalde (1. WSVLS) stellt, denn dieser Segelclub möchte nicht das Vorurteil vom perfekten Sport für erfolgreiche Besserverdiener, sondern hat es sich zum Ziel gemacht aufzuzeigen, dass gerade der Segelsport auch für Menschen mit Handicap geeignet ist. Dass sie hierbei auch im Wettstreit mit nicht behinderten Seglern beachtenswerte Erfolge erzielen können, beweist der Umstand, dass die Athleten vom Audi Sailing Team Germany (Nationalmannschaft im Segeln) bereits zahlreiche Erfolge bei internationalen Meisterschaften verzeichnen konnten und seit mehreren Jahren die Weltspitze bestimmen. Es ist kein Zufall, dass weltweit der erfolgreichste Handicap Segler aller Zeiten – Heiko Kröger – aus Deutschland kommt. Anlässlich der Teilnahme von Sportlern des 1. WSVLS bei der 1. Internationalen Deutschen Meisterschaft 2013 beim Segelclub Prien (SCPC / Bayern), konnten sie sich überzeugen, wie „Inklusion im Segelsport“ par excellence im Verein betrieben wird.  So entstand beim 1. WSVLS die Idee eines integrativen, sozialen - inklusiven Segelzentrums, in dem behinderte und nicht behinderte Sportler gemeinsam im gleichberechtigten Wettkampf auf Augenhöhe trainieren.

Die Symbiose

Das Projekt „Handicapsailing Wir sind Wir“ des 1. WSVLS ist ein eine Symbiose von Mensch, Natur und Technik, die auf Nachhaltigkeit, Sozialität und Umweltbewusstsein beruht. Unser Handeln ist auf Langlebigkeit und Zielstrebigkeit ausgerichtet. Wir sehen darin ein integratives Leuchtturmprojekt, wie es in diesem Bereich in Deutschland und darüber hinaus kaum zu finden ist. Es stellt damit eine beispielgebende Umsetzung des Artikels 30 (5) der UN-Behindertenrechtskonvention in der die gleichberechtigte Teilhabe an Sportaktivitäten explizit festgeschrieben ist und Maßnahmen zum barrierefreien Zugang zu den Sportstätten, als auch zu Angeboten und deren (Weiter-) Entwicklung gefordert werden.

 

Dabei begleitet den 1. WSVLS folgender Inklusionsgedanke:

Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit oder mit drohender Behinderung sowie chronischer Erkrankung, sollen direkte unmittelbare Teilhabe am Vereinsleben genießen. Im Bereich Bewegung, Spiel und Sport sollen Menschen mit Behinderung die Wahlmöglichkeit haben, zwischen Angeboten in z.B. Breitensport, Rehabilitation- und Leistungssport. Sie sollen ohne Barrieren die Vereinsanlagen erreichen und nutzen können und prägen mit ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten das Vereinsbild. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es für den 1. WSVLS, die eigenen Strukturen, Handlungsweisen und Aufgaben im Kontext eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses immer wieder kritisch zu reflektieren, um die Chancen und Möglichkeiten der wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung zukunftsorientiert weiter zu entwickeln.

Maßnahmenkonzepte innerhalb des Projektes „Wir sind Wir“:

„Kids for Inclusion“

Projektstart 2016/17 - Die Ziele der Maßnahme ist klar definiert: Kinder und Jugendliche mit Behinderung sollen für den Segelsport begeistert werden und diesen erlernen. Anschließend sollen sie dem Sport über den 1. WSVLS aktiv verbunden bleiben.

Champion Club „Wir sind Wir“

Projektstart 2013 - Unter der Maßnahme „Champion Club“ sind und werden unsere sportlichen Aktivitäten nach dem Breitensport gebündelt wie z.B. Leistungssport

„Champ for Inclusion“

Projektstart 2017 - Hintergrund dieser Maßnahme ist es, dass erfolgreiche olympische und paralympische Athleten innerhalb von Trainingseinheiten über die Motivation bei Menschen mit Behinderung Wege auf zeichnen sich aktiv Sportlich zu betätigen.

Road Show „Wir sind Wir“

Projektstart 2015 - Innerhalb dieser Maßnahme besuchen wir mit erfolgreichen paralympischen Athleten REHA Einrichtungen (Kindergärten, Schulen und Kinderheime usw.) und zeigen auf, dass es nach der Diagnose Amputation, Rollstuhl oder andere Schicksalsschläge immer Alternativen gibt. Wir wollen Menschen mit Behinderung animieren Sport zu treiben und ihr Handicap besser zu akzeptieren.

Ein Alleinstellungsmerkmal

Ein Alleinstellungsmerkmal  des Projektes „Wir sind Wir“ Inclusion in Sailing ist es, dass wir neben sportlichen Themen im Kinder- und Jugendsport, Breitensport, Rehabilitation- und Leistungssport, uns auch mit sozialen und umweltrelevanten Problemen auseinandersetzen. Eigens dafür initiierten wir eine Vertrauens- bzw. Bezugsperson aktiv in das Projekt.

Die Vertrauens- bzw. Bezugsperson ist der Ansprechpartner für alle sozialen und umweltrelevanten Themen:

- Eltern, Schule, Beruf bzw. Lehre
- Berufsorientierung
- Kinder- und Jugendschutz
- Integrationsbegleitung
- Handling Lehrstellen- bzw. Arbeitsplatz
- Zusammenhalt / Integrationswachdienst
- Unterstützung Rehabilitation und Hilfsmittel
- Umweltverantwortlich für das Projekt

Wir achten auf die Bedürfnisse von Umwelt und Mensch.

Gibt es wirklich nachhaltige Sportprojekte? Und wenn ja, was genau prägt dann die Vorgehensweisen und Leistungen eines solchen Projektes in nachhaltiger Weise? Kann man einen solchen Anspruch tatsächlich durchgängig und nahezu überall in die Tat umsetzen?

Vielleicht nicht – aber wir meinen, dass man es jeden Tag versuchen muss. Im ökologischen, ökonomischen und sozialen Sinn. Deshalb haben wir die Nachhaltigkeit als Kerngrundsatz in unserer Projektstrategie verankert. Wir finden, dass ein Sportverein mehr sein muss, als eine sportlich bezifferte Größe und verstehen das Projekt „Wir sind Wir – Inclusion in Sailing“ zu allererst als eine Gemeinschaft vieler Menschen, die Verantwortung gemeinschaftlich verteilt, füreinander übernimmt und engagiert nach außen trägt. Als ein Teil der Gesellschaft, der dazu beiträgt, die Welt von heute und von morgen ein kleines Stück besser zu machen.  Jeden Tag!

„Es freut mich riesig und ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Projekt auch über die Grenzen des Segelsports hinaus Zeichen setzen werden. Mein Wunsch ist, dass der Inklusionsgedanke durch den Sport ein Um- und Weiterdenken in der Gesellschaft bewirkt.“

Clemens Kraus
Vorstand Inklusion des
1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V.