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  1. 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V.

Inklusion - Wahnsinn oder realistische Herausforderung

Segelsport ist weiß. Er ist elegant, vorbildlich, spannend und makellos. Diese Sportler werden wegen ihrer Leistungen beneidet und dienen als Vorbilder. Sponsoren buhlen um die leistungsfähigsten Athleten. Wie passen Sportler mit Handicap in dieses Bild? Wer wirbt mit einem Rollstuhlfahrer oder einem Amputierten. Eine von vielen Fragen, die man sich beim 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland e.V. Geierswalde (1. WSVLS) stellt, denn dieser Segelclub möchte nicht das Vorurteil vom perfekten Sport für erfolgreiche Besserverdiener, sondern hat es sich zum Ziel gemacht aufzuzeigen, dass gerade der Segelsport auch für Menschen mit Handicap geeignet ist. Dass sie hierbei auch im Wettstreit mit nicht behinderten Seglern beachtenswerte Erfolge erzielen können, beweist der Umstand, dass die Athleten vom Audi Sailing Team Germany (Nationalmannschaft im Segeln) bereits zahlreiche Erfolge bei internationalen Meisterschaften verzeichnen konnten und seit mehreren Jahren die Weltspitze bestimmen. Es ist kein Zufall, dass weltweit der erfolgreichste Handicap Segler aller Zeiten – Heiko Kröger – aus Deutschland kommt. Anlässlich der Teilnahme von Sportlern des 1. WSVLS bei der 1. Internationalen Deutschen Meisterschaft 2013 beim Segelclub Prien (SCPC / Bayern), konnten sie sich überzeugen, wie „Inklusion im Segelsport“ par excellence im Verein betrieben wird. So entstand beim 1. WSVLS die Idee eines integrativen, sozialen - inklusiven Segelzentrums, in dem behinderte und nicht behinderte Sportler gemeinsam im gleichberechtigten Wettkampf auf Augenhöhe trainieren.

Die rechtliche Grundlage der Inklusion

Am 26. März 2009 trat das „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-Behindertenrechtskonvention), welches vom Bundestag und Bundesrat ratifiziert wurde, in Kraft. Alle bestehenden Menschenrechte werden in dieser Konvention hinsichtlich der Lebenssituationen von Menschen mit Behinderung konkretisiert und auf diese zugeschnitten. Ziel des rechtlich verbindlichen Vertrages ist die Förderung der Chancengleichheit von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft sowie ihre selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilnahme und Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen oder kurz gesagt, die Inklusion von Menschen mit Behinderung.

Im Artikel 30 (5) der UN-Behindertenrechtskonvention wird die gleichberechtigte Teilhabe an Sportaktivitäten in der UN-Behindertenrechtskonvention explizit festgeschrieben und entsprechende Maßnahmen zum barrierefreien Zugang zu den Sportstätten, als auch zu den Angeboten und deren (Weiter-) Entwicklung aufgezeigt

Jede Form von Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen ist eine Menschenrechtsverletzung. Dies verdeutlicht die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und verweist darauf, dass Behinderung selbstverständlicher Bestandteil menschlichen Lebens ist.


Inklusion hat viel mit einem Segeltörn gemeinsam

Das Ziel, das in der Verwirklichung des Rechts von Menschen mit Handicap auf Teilhabe und Chancengleichheit liegt, ist dabei klar. Gleichzeitig ist der Weg dorthin, die Verankerung des Inklusionsgedankens in der Gesellschaft, eine große Herausforderung.

Wie beim Segeln auch, muss dabei auf Gegenwinde und Strömungen geachtet werden, denn nur wer es schafft, die Umgebungsbedingungen zu nutzen, landet letztendlich im anvisierten Hafen!



Die Inklusionsinitative des 1. WSVLS ist eine eine Symbiose von Mensch, Natur und Technik, die auf Nachhaltigkeit, Sozialität und Umweltbewusstsein beruht. Unser Handeln ist auf Langlebigkeit und Zielstrebigkeit ausgerichtet. Wir sehen darin ein integratives Leuchtturmprojekt, wie es in diesem Bereich in Deutschland und darüber hinaus kaum zu finden ist. Es stellt damit eine beispielgebende Umsetzung des Artikels 30 (5) der UN-Behindertenrechtskonvention in der die gleichberechtigte Teilhabe an Sportaktivitäten explizit festgeschrieben ist und Maßnahmen zum barrierefreien Zugang zu den Sportstätten, als auch zu Angeboten und deren (Weiter-) Entwicklung gefordert werden.

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